Torna al blog
Solarstatistik 2025: Warum Batterien boomen und der PV-Zubau einbricht

Solarstatistik 2025: Warum Batterien boomen und der PV-Zubau einbricht

Ivan Miric·

Swissolar hat am 9. Juli 2026 die Statistik Sonnenenergie 2025 vorgelegt, und die Zahlen erzählen zwei Geschichten gleichzeitig. Die Schweiz hat Ende 2025 insgesamt 9'499 Megawatt Photovoltaik-Leistung am Netz, verteilt auf 338'270 Anlagen. Gleichzeitig ist der jährliche Zubau zum ersten Mal seit 2017 gesunken, von 1'800 auf 1'333 Megawatt. Und während weniger neue Solaranlagen dazukamen, legte der Markt für Batteriespeicher um 70 Prozent zu. Kurze Antwort auf die Frage, was das bedeutet: Der Schweizer Solarmarkt wird nicht kleiner, er verschiebt sich. Weg vom reinen Dachausbau, hin zum Eigenverbrauch. Und das verändert die Rechnung für jedes Einfamilienhaus.

Die Zahlen 2025 im Überblick

Die installierten Anlagen produzierten 2025 fast 8 Terawattstunden Solarstrom, ein Plus von rund einem Drittel gegenüber dem Vorjahr. Damit deckte die Photovoltaik 13.7 Prozent des gesamten Schweizer Stromendverbrauchs. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren lag dieser Anteil noch im niedrigen einstelligen Bereich. Die kumulierte Leistung wuchs um gut 16 Prozent auf die erwähnten 9'499 Megawatt, also 9.5 Gigawatt.

Der Zuwachs verteilt sich sehr ungleich auf die Gebäudetypen. Von den 37'257 neuen Anlagen entstanden 25'562 auf Einfamilienhäusern, mit einer durchschnittlichen Leistung von 13.4 Kilowatt. In der Summe machten diese Eigenheim-Anlagen aber nur 342.9 Megawatt aus. Den grössten Leistungsanteil lieferten mit 547 Megawatt die Anlagen auf Gewerbe- und Industriebauten. Das Eigenheim bleibt also zahlenmässig das Rückgrat des Marktes, während die grossen Leistungen von den Firmendächern kommen.

Zum ersten Mal seit 2017: der Zubau geht zurück

Der Rückgang ist die eigentliche Nachricht. Nach Jahren zweistelligen Wachstums schrumpfte der Zubau 2025 um rund 26 Prozent. Bei der verkauften Leistung, die dem Markt etwas vorläuft, war der Rückgang ähnlich deutlich: von 1'810 auf 1'280 Megawatt. Es ist der erste Rückgang seit acht Jahren.

Die Gründe liegen offen auf dem Tisch. Der Rückliefertarif, also das Geld, das Sie für ins Netz eingespeisten Überschussstrom erhalten, ist bei vielen Energieversorgern eingebrochen. Wo 2022 noch 12 bis 15 Rappen pro Kilowattstunde gezahlt wurden, sind es 2026 vielerorts noch 9 Rappen oder weniger. Gleichzeitig sind die Förderbedingungen unsicherer geworden und die Strompreise in der Grundversorgung sinken wieder. Wer eine Solaranlage allein als Renditeobjekt für den Stromverkauf betrachtet, findet die Rechnung schlicht weniger attraktiv als noch vor drei Jahren. Wir haben diese Entwicklung im Detail im Beitrag Rückliefertarif 2026 im Schock aufgeschlüsselt.

Der Gegentrend: Batteriespeicher legen um 70 Prozent zu

Während die eine Kurve fällt, schnellt die andere nach oben. Die 2025 verkaufte Speicherkapazität stieg von 287'400 auf 490'070 Kilowattstunden, ein Plus von 70 Prozent. Dazu kamen rund 27'775 neue Speichersysteme. Die schweizweit installierte Kapazität von Lithium-Ionen-Speichern erhöhte sich damit binnen eines Jahres von 0.884 auf 1.38 Gigawattstunden, verteilt auf inzwischen rund 93'500 Systeme.

Auch hier sind es die Eigenheime, die den Markt tragen. Im Segment der Einfamilienhäuser wurden 24'345 Speicher mit zusammen 309'630 Kilowattstunden neu installiert, die durchschnittliche Speichergrösse lag bei 12.7 Kilowattstunden. Anders gesagt: Fast jede neue Anlage auf einem Einfamilienhaus bekommt heute eine Batterie dazu. Der Speicher ist vom Zusatz zum Standard geworden.

Warum sich der Markt dreht: die Ökonomie hinter dem Speicher-Boom

Der Grund für die Verschiebung ist keine Mode, sondern Arithmetik. Entscheidend ist die Differenz zwischen dem, was Sie für eine Kilowattstunde aus dem Netz bezahlen, und dem, was Sie für eine eingespeiste Kilowattstunde bekommen. Diese Schere hat sich weit geöffnet.

Seit 2026 gilt schweizweit eine einheitliche Mindestvergütung. Für Anlagen bis 30 Kilowatt erhalten Sie mindestens 6 Rappen pro Kilowattstunde, dazu kommt eine Vergütung für den Herkunftsnachweis von höchstens 3 Rappen. Macht in der Praxis eine Untergrenze von rund 9 Rappen pro Kilowattstunde für eingespeisten Strom. Der massgebende Referenz-Marktpreis wird vom Bundesamt für Energie quartalsweise berechnet und lag 2024 je nach Quartal zwischen 3.3 und 8.8 Rappen. Bezogen aus dem Netz kostet dieselbe Kilowattstunde in der Grundversorgung dagegen meist 27 bis 32 Rappen.

Diese Differenz von rund 20 Rappen pro Kilowattstunde ist der ganze Hebel. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen statt sie für 9 Rappen zu verkaufen, spart Ihnen den Netzbezug von rund 29 Rappen. Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch in einem typischen Einfamilienhaus bei nur 20 bis 30 Prozent der Produktion, weil die Sonne mittags scheint und der Verbrauch abends anfällt. Ein Speicher verschiebt den Mittagsstrom in den Abend und hebt den Eigenverbrauch auf 50 bis 70 Prozent. Genau das macht die Batterie ökonomisch interessant, obwohl die Einspeisevergütung so tief ist. Ein zusätzlicher Anreiz: Seit 2025 ist der Anteil des Stroms, den ein Speicher aus dem Netz lädt und später wieder einspeist, vom Netzentgelt befreit.

Rechenbeispiel: was ein 10-kWh-Speicher im Einfamilienhaus bringt

Rechnen wir es an einem konkreten Fall durch. Nehmen wir ein Einfamilienhaus mit einer 10-kWp-Anlage, die pro Jahr rund 9'500 Kilowattstunden produziert, und einer Wärmepumpe, die den Jahresverbrauch auf etwa 8'000 Kilowattstunden hebt.

Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch bei etwa 35 Prozent, also rund 3'325 Kilowattstunden. Die restlichen gut 6'000 Kilowattstunden gehen für 9 Rappen ins Netz. Aus dem Netz zurückkaufen muss dieser Haushalt rund 4'675 Kilowattstunden zu etwa 29 Rappen, das sind rund CHF 1'356 Stromkosten im Jahr.

Mit einem 10-kWh-Speicher steigt der Eigenverbrauch auf etwa 62 Prozent, also rund 5'890 Kilowattstunden. Der Haushalt verbraucht dadurch rund 2'565 Kilowattstunden zusätzlich selbst statt sie zu verkaufen. Bei einer Differenz von 20 Rappen pro Kilowattstunde ergibt das eine jährliche Einsparung von rund CHF 513. Andere Rechnungen kommen je nach Verbrauchsprofil auf CHF 500 bis 1'200 pro Jahr.

Ein 10-kWh-Speicher kostet 2026 in der Schweiz zwischen CHF 8'000 und 13'000, gerechnet auf rund CHF 800 bis 1'300 pro nutzbarer Kilowattstunde bei den heute üblichen LFP-Batterien. Bei einer Einsparung von gut CHF 500 pro Jahr liegt die einfache Amortisationszeit damit bei 16 bis 20 Jahren, also am oberen Rand der zu erwartenden Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Das ist die ehrliche Zahl, und sie erklärt, warum ein Speicher heute selten ein reines Renditeobjekt ist.

Wann sich ein Speicher lohnt, und wann nicht

Aus der Rechnung folgt eine klare Regel. Ein Speicher rentiert sich rein finanziell am ehesten dann, wenn drei Dinge zusammenkommen: ein hoher Gesamtverbrauch durch Wärmepumpe oder Elektroauto, ein tiefer Rückliefertarif beim eigenen Energieversorger und ein hoher Netzstrompreis. Je grösser die Schere zwischen Bezug und Einspeisung, desto schneller zahlt sich die Batterie ab.

Es gibt aber Gründe jenseits der reinen Amortisation. Ein Speicher erhöht die Unabhängigkeit vom Netz, überbrückt kurze Ausfälle, wenn er notstromfähig ausgelegt ist, und wird noch deutlich attraktiver, sobald dynamische Stromtarife ins Spiel kommen. Bei einem viertelstündlich schwankenden Tarif lädt die Batterie günstigen Nachtstrom und entlädt ihn in der teuren Abendspitze, zusätzlich zum Solar-Eigenverbrauch. Diese doppelte Nutzung kann die Wirtschaftlichkeit spürbar verbessern, wie wir im Beitrag Dynamische Stromtarife ab 2026 gezeigt haben. Wer dagegen ein sparsames Haus ohne Wärmepumpe und ohne E-Auto bewohnt und einen anständigen Rückliefertarif erhält, für den ist ein grosser Speicher oft schlicht überdimensioniert. Hier lohnt sich eher, den Mittagsüberschuss direkt zu nutzen, wie im Beitrag PV-Überschuss im Sommer beschrieben.

Regionale Unterschiede: der Rückliefertarif entscheidet mit

Ob sich ein Speicher lohnt, hängt in der Schweiz stark davon ab, wo Sie wohnen. Die Mindestvergütung von rund 9 Rappen gilt zwar national, doch viele Energieversorger zahlen mehr, und einige deutlich mehr. Die Bandbreite reicht je nach Versorgungsgebiet von der gesetzlichen Untergrenze bis zu 12 oder mehr Rappen pro Kilowattstunde. Diese Zahl bestimmt direkt, wie gross Ihr Anreiz ist, Strom zu speichern statt zu verkaufen.

Ein einfaches Prinzip: Je tiefer der Rückliefertarif Ihres Versorgers, desto rentabler der Speicher, weil die verkaufte Kilowattstunde dann besonders wenig wert ist. Je höher der Tarif, desto eher lohnt sich das Einspeisen und desto kleiner darf die Batterie ausfallen. Bevor Sie eine Speichergrösse festlegen, sollten Sie deshalb den aktuellen Rückliefertarif Ihres lokalen Energieversorgers kennen. Er steht auf der Website des Versorgers oder auf der Stromrechnung. Neu kommt die Möglichkeit lokaler Elektrizitätsgemeinschaften dazu, bei denen Teilnehmende das öffentliche Netz zu einem um bis zu 40 Prozent reduzierten Tarif nutzen können, um sich gegenseitig mit Solarstrom zu versorgen. Eine Erhöhung dieses Abschlags auf 60 Prozent ist in Diskussion.

Was der Rückgang für die Energiestrategie bedeutet

Der sinkende Zubau ist mehr als eine Marktdelle, er berührt die Energiepolitik. Bemerkenswert ist, dass die Schweiz die Zwischenziele der Energiestrategie 2050 für neue erneuerbare Energien bereits neun Jahre vor dem Zieldatum erreicht sind. Die neuen erneuerbaren Energien liefern heute gut 10 Terawattstunden pro Jahr.

Die eigentliche Herausforderung liegt aber weiter vorne. Das Stromgesetz 2024, das die Bevölkerung im Juni 2024 angenommen hat, setzt weit höhere Marken: mindestens 35 Terawattstunden erneuerbaren Strom ausserhalb der Wasserkraft bis 2035 und 45 Terawattstunden bis 2050. Um diesen Pfad zu halten, müsste der jährliche Zubau eher steigen als sinken. Swissolar fordert deshalb bessere Rahmenbedingungen, etwa stabilere Vergütungen und eine nationale Speicherstrategie. Für den einzelnen Eigenheimbesitzer ist die Botschaft dahinter eher beruhigend: Der politische Wille zum Ausbau ist gesetzlich verankert, und die Förderung über die Einmalvergütung für neue Anlagen bleibt bestehen.

Was Eigenheimbesitzer jetzt tun sollten

Die Wende von 2025 ändert nichts am Grundsatz, dass sich eine Solaranlage auf dem eigenen Dach rechnet. Sie ändert nur die Prioritäten. Wer heute plant, sollte den Eigenverbrauch ins Zentrum stellen statt den Verkauf. Konkret heisst das:

  • Dimensionieren Sie die Anlage weiterhin grosszügig. Der Ertrag für den Eigenverbrauch ist wertvoller als die Angst vor Überschuss, den Sie für 9 Rappen verkaufen.
  • Prüfen Sie den Speicher rechnerisch, nicht aus dem Bauchgefühl. Mit Wärmepumpe oder E-Auto und tiefem Rückliefertarif lohnt er sich eher, ohne diese Verbraucher oft nicht.
  • Erfragen Sie den aktuellen Rückliefertarif Ihres Energieversorgers, bevor Sie die Speichergrösse festlegen. Er ist die wichtigste einzelne Zahl für Ihre Rechnung.
  • Denken Sie Wärmepumpe, Ladestation und Speicher zusammen. Der Speicher wird umso wertvoller, je höher Ihr Eigenverbrauch am Abend ist.
  • Behalten Sie dynamische Tarife im Blick. Sie sind der Faktor, der die Speicher-Rechnung in den nächsten Jahren am stärksten verbessern kann.

Der Markt ist reifer geworden. Die Zeit der schnellen Einspeise-Rendite ist vorbei, an ihre Stelle tritt eine nüchterne Rechnung rund um den eigenen Verbrauch. Das ist keine schlechte Nachricht, es ist eine ehrlichere.

Wir bei Free State AG rechnen Ihre Anlage so durch, wie wir sie der eigenen Familie verkaufen würden. Das heisst konkret: Wir sagen Ihnen auch, wenn ein Speicher in Ihrem Fall erst in 20 Jahren amortisiert ist, statt Ihnen die grösste Batterie zu verkaufen. Wenn etwas nicht aufgeht, hören Sie das von uns zuerst. Wollen Sie wissen, wie die Zahlen für Ihr Dach aussehen? freestate.ch/de/contact

Quellen: Swissolar, Statistik Sonnenenergie 2025 (Medienmitteilung vom 9. Juli 2026); pv magazine Deutschland, Marktbericht Schweiz vom 10. Juli 2026; EKZ und CKW, Informationen zu Rückliefertarifen 2026; Bundesamt für Energie, Referenz-Marktpreis; Stromgesetz 2024 (Mantelerlass); VSE strom.ch. Stand: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.