
LEG in der Praxis: Was der EKZ-Pilot in Regensdorf bisher zeigt
Seit dem 1. Januar 2026 dürfen Nachbarn in der Schweiz Solarstrom über das öffentliche Netz teilen. Das ist neu. Bisher war Eigenverbrauch nur hinter einem Zähler oder per teurer Direktleitung möglich.
Damit der Start nicht im rechtlichen Nebel passiert, hat EKZ im Neubauareal Stockenhof in Regensdorf einen Pilot aufgesetzt. Ziel: vor dem nationalen Inkrafttreten herausfinden, wo Theorie und Praxis auseinandergehen.
Was die LEG genau erlaubt
Die lokale Elektrizitätsgemeinschaft ist kein virtueller ZEV. Sie nutzt das öffentliche Verteilnetz und ist daher kein Eigenverbrauch. Drei Bedingungen sind hart:
- Alle Teilnehmer sitzen in derselben Gemeinde
- Im selben Netzgebiet
- Auf derselben Netzebene (oder der Tarif fällt auf 20 % Rabatt statt 40 %)
Für intern gehandelten Strom gibt es einen Rabatt von 40 % auf das Netznutzungsentgelt. Das ist der wirtschaftliche Hebel der LEG.
Was Regensdorf gezeigt hat
Der Pilot lief in einer Überbauung mit mehreren Mehrfamilienhäusern auf gemeinsamer Erschliessung. Drei Erkenntnisse stechen heraus.
Smart Meter sind der Engpass. Ohne viertelstündliche Messung an jedem Anschluss läuft keine Abrechnung. EKZ rollt für LEG-Anfragen innert drei Monaten aus, die Frist ist gesetzlich. Wer eine LEG plant, sollte die Smart-Meter-Anfrage vor der Vertragsgestaltung stellen.
Die Governance ist Arbeit, kein Formular. Eine LEG braucht eine schriftliche Vereinbarung über Preis, Verteilung der Überschüsse, Eintritt und Austritt von Teilnehmern. Im Stockenhof hat sich ein einfaches Modell bewährt: Solarstrom intern zu einem Festpreis zwischen Rückliefertarif und Bezugstarif, plus eine Pauschale für die Verwaltung.
Die Abrechnung skaliert nicht von Hand. Schon ab acht Parteien lohnt sich eine Mess- und Abrechnungsplattform. Mehrere Anbieter (LEG-App, LEGhub, Anbieter der Netzbetreiber) sind seit Q1 2026 am Markt.
Wann sich eine LEG für Sie lohnt
Drei typische Fälle, in denen die Rechnung aufgeht:
- Überbauung mit mehreren Häusern. Ein Dach mit grossem Solarpotenzial, mehrere Bezüger ringsum. Klassisch für Genossenschaften und Quartierprojekte.
- Gewerbecluster. Eine Halle mit grosser Dachfläche neben Nachbarbetrieben mit hohem Tagverbrauch. Der Eigenverbrauch im Cluster steigt schnell auf 80 %+.
- Gemeinde-Initiativen. Eine kommunale PV-Anlage (Schule, Halle, Werkhof) versorgt umliegende Liegenschaften.
Wo Free State unterstützt
Wir planen die Anlage, dimensionieren Speicher und Wechselrichter, und arbeiten mit Mess- und Abrechnungspartnern, die LEG-fähig sind. Im SolarFree-Modell trägt Free State zudem die Investition, die LEG-Teilnehmer zahlen einen festen kWh-Preis, ohne Kapitaleinsatz.
Sprechen Sie mit unserem Team über eine LEG für Ihre Liegenschaft.
Quellen: EKZ Wissensportal, Swissolar, Bundesamt für Energie, Mantelerlass / StromVG. Stand: April 2026. Angaben ohne Gewähr.