Ratgeber
Batteriespeicher für die Solaranlage: Grösse, Kosten und wann er sich lohnt
Ein Stromspeicher verschiebt den Solarstrom vom Mittag in den Abend. Ob sich das rechnet, hängt weniger vom Gerät ab als von Ihrem Verbrauch, der Grösse des Speichers und den Tarifen Ihres Netzbetreibers.
Was ein Batteriespeicher leistet
Ohne Speicher verbraucht ein Haushalt typischerweise 30 bis 35 Prozent des eigenen Solarstroms selbst, der Rest fliesst ins Netz. Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt dieser Anteil auf rund 70 Prozent. Der Strom vom Dach deckt dann auch den Abend, die Nacht und den frühen Morgen.
Jede Kilowattstunde aus dem Speicher ersetzt Strom aus dem Netz. Gleichzeitig entfällt die Vergütung, die Sie für die Einspeisung erhalten hätten. Der Vorteil des Speichers ist die Differenz zwischen beidem.
Welche Grösse ist richtig?
Ein zu grosser Speicher wird an vielen Tagen nicht voll und im Winter kaum genutzt. Ein zu kleiner ist am frühen Abend leer. Als Ausgangspunkt dient der Stromverbrauch zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, nicht die Leistung der Solaranlage.
Wärmepumpe und Elektroauto verändern die Rechnung deutlich, weil sie den Verbrauch am Abend und in der Nacht erhöhen. Wir dimensionieren den Speicher deshalb anhand Ihres Lastprofils und nicht nach einer Faustregel.
Was kostet ein Stromspeicher?
Der Preis pro Kilowattstunde sinkt mit der Grösse, weil Wechselrichter, Verkabelung und Inbetriebnahme bei jedem Speicher anfallen. Ein Speicher, der zusammen mit der Solaranlage installiert wird, ist deshalb günstiger als eine spätere Nachrüstung.
Die Preise am Schweizer Markt sind zuletzt deutlich gefallen. Wie sie sich zusammensetzen und was eine Kilowattstunde aus der Batterie über die Lebensdauer kostet, rechnen wir in unserem Beitrag Schritt für Schritt vor.
Wann sich ein Speicher lohnt
Ein Speicher rechnet sich, wenn die Kilowattstunde aus der Batterie weniger kostet als der Vorteil, den sie bringt. Dieser Vorteil liegt bei den heutigen Tarifen bei rund 15 bis 18 Rappen pro Kilowattstunde. Das ist die Differenz zwischen dem Netztarif und der entgangenen Einspeisevergütung, abzüglich der Verluste beim Laden und Entladen.
- Dafür spricht: hoher Verbrauch am Abend und in der Nacht, eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto, ein tiefer Rückliefertarif, ein kantonaler Förderbeitrag.
- Dagegen spricht: ein kleiner Haushalt, der tagsüber zu Hause ist, ein hoher Rückliefertarif, ein Speicher, der für das Dach zu gross gewählt ist.
Notstrom und Ersatzstrom
Ein Batteriespeicher liefert bei einem Stromausfall nicht automatisch weiter. Dafür braucht es ein System mit Ersatzstromfunktion, das das Haus sicher vom Netz trennt. Wenn Ihnen das wichtig ist, sagen Sie es vor der Planung, denn es beeinflusst die Wahl des Speichers und die Elektroinstallation.
Speicher, Wärmepumpe und Elektroauto zusammen planen
Wärme ist günstiger zu speichern als Strom. Ein Warmwasser- oder Pufferspeicher nimmt den Mittagsüberschuss über die Wärmepumpe auf, und das Elektroauto lädt, wenn die Sonne scheint. Ein Energiemanagement verteilt den Solarstrom in dieser Reihenfolge, und der Batteriespeicher übernimmt, was danach übrig bleibt.