Wärmepumpen

Ratgeber

Wärmepumpe in der Schweiz: Arten, Kosten und Förderung

Eine Wärmepumpe holt den grössten Teil der Heizenergie aus der Umgebung und braucht dafür nur einen kleinen Anteil Strom. Hier finden Sie die Antworten auf die Fragen, die vor dem Entscheid am häufigsten gestellt werden.

Welche Wärmepumpe passt zu Ihrem Haus?

Wärmepumpen unterscheiden sich nach der Quelle, aus der sie die Wärme beziehen. Die Wahl hängt vom Grundstück, vom Gebäude und von den Vorschriften am Standort ab.

  • Luft/Wasser-Wärmepumpe: nutzt die Aussenluft, braucht keine Bohrung und ist am schnellsten installiert. Sie ist die häufigste Lösung im Einfamilienhaus und lässt sich innen oder aussen aufstellen.
  • Sole/Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde: nutzt die gleichmässige Temperatur im Boden und arbeitet deshalb auch im Winter sehr effizient. Die Bohrung kostet mehr und braucht eine Bewilligung.
  • Wasser/Wasser-Wärmepumpe: nutzt Grundwasser und erreicht die höchste Effizienz. Sie setzt geeignete Wasserverhältnisse voraus und wird nur an wenigen Standorten bewilligt.

Was kostet eine Wärmepumpe?

Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Energiebezugsfläche und 22'000 kWh Wärmebedarf rechnen wir mit rund CHF 36'500 für eine Luft/Wasser-Wärmepumpe und rund CHF 49'500 für eine Sole/Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde. Eine neue Ölheizung kostet in der Anschaffung rund CHF 23'000.

Entscheidend sind die laufenden Kosten. Die Luft/Wasser-Wärmepumpe braucht im gleichen Haus für rund CHF 1'210 Energie pro Jahr, die Erdsonden-Wärmepumpe für rund CHF 940. Die Ölheizung liegt bei rund CHF 2'640 und verursacht mit rund CHF 780 pro Jahr auch die höchsten Wartungskosten. Über die Lebensdauer gleicht die Wärmepumpe den höheren Kaufpreis damit aus.

Öl- oder Gasheizung ersetzen

In vielen Kantonen darf eine fossile Heizung nicht mehr ohne Weiteres durch eine gleiche ersetzt werden. Wer die alte Ölheizung tauscht, muss meist auf erneuerbare Energie wechseln oder den Energiebedarf des Gebäudes senken. Mehrere Kantone verlangen vor dem Ersatz zudem eine Energieberatung oder einen GEAK-Bericht.

Planen Sie den Ersatz, bevor die alte Heizung ausfällt. Dann bleibt Zeit für die Beratung, die Förderanträge und die Bewilligung, und Sie müssen nicht mitten im Winter eine Notlösung akzeptieren.

Förderung und Steuern

Kantone und Gemeinden fördern den Umstieg auf eine Wärmepumpe über das Gebäudeprogramm, je nach Standort mit mehreren tausend Franken. Am meisten gibt es in der Regel beim Ersatz einer Öl-, Gas- oder Elektroheizung. Welche Programme an Ihrer Adresse gelten, zeigt energiefranken.ch nach Eingabe der Postleitzahl.

Wichtig ist die Reihenfolge: Das Fördergesuch muss eingereicht sein, bevor die Arbeiten beginnen, und einige Kantone verlangen zuerst die Zusage. Der Heizungsersatz zählt ausserdem zum Liegenschaftsunterhalt und lässt sich von den Steuern abziehen.

Wärmepumpe und Solaranlage kombinieren

Eine Wärmepumpe verlagert den Energiebedarf vom Öltank auf den Stromzähler. In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus braucht sie rund 3'000 bis 4'500 kWh Strom pro Jahr. Eine Solaranlage auf dem eigenen Dach liefert einen grossen Teil davon deutlich günstiger als das Netz.

Mit einer Wärmepumpe steigt der Anteil des Solarstroms, den Sie selbst verbrauchen, typischerweise von rund 30 auf 55 bis 70 Prozent. Am besten passt es im Frühling und im Herbst. Im Hochwinter liefert das Dach wenig, dann gleicht die Jahresbilanz aus, was der einzelne Tag nicht schafft.

Lärm und Bewilligung

Eine aussen aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpe muss die Vorgaben der Lärmschutz-Verordnung einhalten. Im Baugesuch wird dafür ein Lärmschutznachweis verlangt, der zeigt, dass die Planungswerte beim Nachbarn auch in der Nacht eingehalten sind. Der Standort des Aussengeräts und der Abstand zur Grundstücksgrenze entscheiden oft mehr als das Gerät selbst.

Für Erdsonden braucht es eine kantonale Bewilligung. In Grundwasserschutzzonen sind Bohrungen eingeschränkt oder nicht erlaubt. Die kantonalen Erdwärmekarten zeigen, was an Ihrer Adresse möglich ist. Wir klären beides ab, bevor wir Ihnen ein System empfehlen.

So läuft Ihr Projekt ab

Von der ersten Abklärung bis zur warmen Stube sind es fünf Schritte.

  • Beratung vor Ort: Wärmebedarf, bestehende Heizverteilung und Platzverhältnisse aufnehmen.
  • Systemwahl und Offerte: Luft/Wasser oder Erdsonde, mit oder ohne Solaranlage.
  • Fördergesuch und Bewilligung: Wir bereiten die Unterlagen vor, Sie unterschreiben.
  • Installation: Rückbau der alten Heizung, Montage und Anschluss der Wärmepumpe.
  • Inbetriebnahme und Service: Einstellung der Anlage, Instruktion und Wartung.
FAQ

Häufige Fragen zur Wärmepumpe

Kurze Antworten auf das, was Hausbesitzer am häufigsten wissen wollen.

Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² rechnen wir mit rund CHF 36'500 für eine Luft/Wasser-Wärmepumpe und rund CHF 49'500 für eine Sole/Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde, jeweils inklusive Installation. Förderbeiträge und der Steuerabzug senken den Betrag, den Sie am Ende selbst tragen.

Die Luft/Wasser-Wärmepumpe ist günstiger und schneller installiert. Die Erdsonden-Wärmepumpe kostet mehr, arbeitet aber effizienter und hat tiefere Betriebskosten, in unserem Rechenbeispiel rund CHF 940 statt CHF 1'210 Energie pro Jahr. Ob eine Bohrung an Ihrem Standort erlaubt ist, zeigt die Erdwärmekarte Ihres Kantons.

In den meisten Fällen ja. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, die Ihr Haus an kalten Tagen braucht. Je tiefer sie ist, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Oft reicht es, einzelne Radiatoren zu vergrössern oder die Gebäudehülle an wenigen Stellen zu verbessern.

Moderne Geräte sind deutlich leiser als frühere Generationen. Massgebend ist, was beim Nachbarn ankommt. Deshalb gehört zu jeder aussen aufgestellten Anlage ein Lärmschutznachweis, und deshalb planen wir den Standort des Aussengeräts sorgfältig.

Für eine aussen aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpe verlangen die meisten Gemeinden ein Baugesuch oder eine Meldung mit Lärmschutznachweis. Erdsonden brauchen immer eine kantonale Bewilligung. Wir übernehmen die Abklärung und bereiten die Unterlagen vor.

Fast immer. Die Wärmepumpe erhöht Ihren Stromverbrauch um rund 3'000 bis 4'500 kWh pro Jahr, und Solarstrom vom eigenen Dach ist deutlich günstiger als Strom aus dem Netz. Der Eigenverbrauch steigt mit einer Wärmepumpe typischerweise von rund 30 auf 55 bis 70 Prozent.

Bei regelmässiger Wartung rechnen wir mit rund 20 Jahren. Eine Erdsonde selbst hält deutlich länger und kann von der nächsten Wärmepumpe weitergenutzt werden.

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