Ratgeber
Solaranlage in der Schweiz: Planung, Kosten, Förderung und Ertrag
Eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach produziert Strom für 25 bis 30 Jahre. Hier finden Sie, was vor dem Entscheid zählt: wie gross die Anlage sein soll, was sie kostet, welche Förderung es gibt und wie Sie sie bezahlen können.
Eignet sich mein Dach?
Fast jedes Dach ohne starke Verschattung eignet sich. Am meisten produziert eine Fläche nach Süden, aber Ost-West-Dächer liefern den Strom besser über den Tag verteilt und passen damit oft besser zum eigenen Verbrauch. Pro Kilowatt Peak Leistung braucht es rund 5 m² Dachfläche.
Eine Anlage mit 8 kWp produziert in der Schweiz typischerweise 7'000 bis 9'000 kWh pro Jahr. Was Ihr Dach leisten kann, zeigt unser Solarrechner mit den Daten von Sonnendach, dem Solarkataster des Bundes.
Wie gross soll die Anlage sein?
Früher wurde die Anlage auf den heutigen Verbrauch ausgelegt. Das ist überholt, denn mit Wärmepumpe und Elektroauto steigt der Strombedarf, und die Fixkosten für Gerüst, Planung und Anschluss fallen bei jeder Grösse an. In den meisten Fällen lohnt es sich, das Dach gut auszunutzen.
Wir legen die Anlage anhand Ihres Verbrauchs, der geplanten Verbraucher und des Rückliefertarifs Ihres Netzbetreibers aus.
Was kostet eine Solaranlage?
Der Preis pro Kilowatt Peak sinkt mit der Grösse der Anlage. Dach, Gerüst, Elektroinstallation und die Wahl des Wechselrichters beeinflussen ihn ebenso wie die Frage, ob ein Speicher dazukommt. Aktuelle Preise pro kWp und durchgerechnete Beispiele für 6, 10 und 15 kWp finden Sie auf unserer Kostenseite.
Wann die Anlage ihre Kosten eingespielt hat, hängt vor allem vom Anteil des Stroms ab, den Sie selbst verbrauchen. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Strom zum Netztarif, jede eingespeiste bringt nur die Rückliefervergütung.
Förderung, Vergütung und Steuern
Der Bund fördert Solaranlagen mit der Einmalvergütung, die über Pronovo ausbezahlt wird. Dazu kommen je nach Standort Beiträge von Kanton und Gemeinde. Die Investition lässt sich bei bestehenden Gebäuden in fast allen Kantonen als Liegenschaftsunterhalt von den Steuern abziehen.
Für Strom, den Sie ins Netz einspeisen, zahlt der Netzbetreiber eine Rückliefervergütung. Seit 2026 gilt für Anlagen bis 30 kW eine Minimalvergütung von 6 Rappen pro Kilowattstunde. Weil der Netzstrom ein Mehrfaches kostet, ist der Eigenverbrauch der wichtigste Hebel für die Wirtschaftlichkeit.
Kaufen, im Abo bezahlen oder ohne Eigeninvestition
Bei Free State wählen Sie zwischen drei Modellen. Mit SolarDirect kaufen Sie die Anlage und sind von Anfang an Eigentümer. Mit SolarAbo bezahlen Sie in festen Monatsraten, Monitoring, Garantie und Versicherung sind enthalten. Mit SolarFree erhalten Sie Ihre Solaranlage ohne Eigeninvestition und können sie später erwerben.
Bewilligung und Ablauf
Genügend angepasste Solaranlagen auf Dächern in Bau- und Landwirtschaftszonen brauchen in der Schweiz keine Baubewilligung. Es genügt eine Meldung an die Gemeinde. Ausnahmen gelten für Kultur- und Naturdenkmäler und in manchen Kernzonen.
Wir übernehmen die Meldung, das Anschlussgesuch beim Netzbetreiber und das Fördergesuch. Nach der Montage nimmt ein unabhängiges Kontrollorgan die Anlage ab, danach geht sie ans Netz.
Speicher, Wärmepumpe und Ladestation
Eine Solaranlage wird wirtschaftlicher, je mehr Strom im Haus bleibt. Ein Batteriespeicher verschiebt den Mittagsstrom in den Abend, eine Wärmepumpe macht daraus Wärme, und eine Ladestation bringt ihn ins Elektroauto. Wer diese Schritte mitdenkt, spart sich spätere Umbauten an der Elektroinstallation.