Zurück zum Blog
Bidirektionales Laden: Ihr Auto wird zum Hausspeicher: was seit Januar 2026 erlaubt ist

Bidirektionales Laden: Ihr Auto wird zum Hausspeicher: was seit Januar 2026 erlaubt ist

Ivan Miric·

Ein Tesla Model Y hat 75 kWh Akku. Ein BYD Atto 3 hat 60 kWh. Eine durchschnittliche Hausbatterie hat 10. Mathematisch ist klar, wer der grössere Speicher ist.

Was bisher fehlte, war die Rechtslage. Seit dem 1. Januar 2026 ist sie da.

Was sich rechtlich geändert hat

Drei Punkte machten 2026 den Unterschied:

  • Bidirektionale Ladepunkte sind Speichern gleichgestellt. Damit gelten die gleichen Regeln und Anreize wie für stationäre Batterien.
  • Netzentgelt-Rückerstattung. Strom, der erst eingespeist und später wieder bezogen wird, kann beim Netzbetreiber zurückgefordert werden, solange die Messung sauber ist.
  • V2G klar geregelt. Die Rückspeisung ins öffentliche Netz hat eine eigene Vergütungsbasis. Vorher war das Graubereich.

V2H, V2G, V2L, kurz sortiert

  • V2H (Vehicle-to-Home): Auto versorgt das eigene Haus. Die Variante mit dem klarsten Business Case.
  • V2G (Vehicle-to-Grid): Auto speist ins öffentliche Netz und wird vergütet. Spannend für Netzdienstleistungen, technisch und vertraglich aufwändiger.
  • V2L (Vehicle-to-Load): Auto speist ein einzelnes Gerät. Camping, Werkzeug, Notstrom. Schon länger erlaubt.

Die Rechnung für ein Einfamilienhaus

Wer eine 10-kWp-Solaranlage plant, sollte 2026 ehrlich vergleichen:

  • Stationäre Batterie 10 kWh: ~CHF 8'000–12'000 inkl. Installation, deckt einen Abend.
  • V2H-Wallbox: ~CHF 5'000–8'000 (Wallbox + Steuerung), nutzt den Auto-Akku als Speicher, sofern das Auto V2H unterstützt.

Wenn Sie ohnehin ein bidirektionales Auto fahren oder kaufen, ist V2H oft die wirtschaftlichere Lösung. Die Liste der V2H-fähigen Autos wächst 2026 schnell. Hyundai Ioniq 5/6, Kia EV6, Volvo EX90, Renault 5/Megane, Mitsubishi Outlander PHEV, mehrere chinesische Modelle.

Worauf Sie achten sollten

Vier Punkte aus der Praxis:

  • Standard: CCS mit ISO 15118-20 ist die Zukunft. CHAdeMO ist auslaufend. Achten Sie auf den Standard, den Auto und Wallbox unterstützen.
  • Garantie: Manche Hersteller schliessen V2H aus, andere zählen die Zyklen mit. Vor dem Kauf das Kleingedruckte lesen.
  • Wandstecker reicht nicht. V2H braucht eine bidirektionale DC-Wallbox. Bestehende AC-Wallboxen lassen sich nicht aufrüsten.
  • Energiemanagement: Solar, Hausbatterie, V2H und Wärmepumpe müssen koordiniert werden. Eine offene Steuerung (z. B. Modbus, EEBUS) zahlt sich aus.

Bei Free State integrieren wir V2H-Wallboxen in das Solar- und Speicherkonzept. Im SolarFree-Modell ist die Wallbox optional dabei, als Zusatzpaket mit Festpreis.

Lassen Sie uns Ihr Setup planen.

Quellen: Bundesamt für Energie (energeiaplus), CKW, EnergieSchweiz, Helion. Stand: April 2026. Angaben ohne Gewähr.

Bidirektionales Laden: Ihr Auto wird zum Hausspeicher: was seit Januar 2026 erlaubt ist | Free State AG