Die ElCom hat am 8. September 2026 die Stromtarife für 2027 publiziert. Ein typischer Haushalt zahlt im kommenden Jahr 26.5 Rp./kWh, 1.2 Rp. weniger als 2026. Seit diesem Sommer liegt ausserdem die Preisbeobachtungsstudie 2025 von EnergieSchweiz vor. Sie zeigt, dass Aufdachanlagen 2025 nochmals 4 bis 9 Prozent günstiger wurden. Kurz gesagt kostet eine typische 8-kWp-Anlage auf einem Einfamilienhaus im Median rund CHF 18'300 exkl. MwSt., knapp CHF 19'800 inklusive. Das sind CHF 2'288 pro kWp. Nach der Einmalvergütung bleiben rund CHF 16'900. Kleinere Anlagen kosten pro kWp deutlich mehr, grössere weniger, und der Speicher kommt separat dazu.
Was eine Solaranlage 2026 pro kWp kostet
Die Preisbeobachtungsstudie misst jedes Jahr, was Schweizer Aufdachanlagen tatsächlich kosten, gestützt auf Offerten und Rechnungen von Installationsbetrieben. Für 2025 flossen 1'598 Aufdachanlagen in die Auswertung ein. Daraus wird eine Kostenkurve abgeleitet. Für Einfamilienhäuser setzt sich der Preis vereinfacht aus CHF 5'278 Fixkosten und CHF 1'628 pro kWp zusammen, alles ohne MwSt. Für typische Grössen ergeben sich diese Richtwerte:
- 4 kWp kosten CHF 11'790 exkl. MwSt., also CHF 2'948 pro kWp, inklusive 8.1 Prozent MwSt. CHF 12'745.
- 8 kWp kosten CHF 18'302 exkl. MwSt., also CHF 2'288 pro kWp, inklusive MwSt. CHF 19'784.
- 12 kWp kosten CHF 24'814 exkl. MwSt., also CHF 2'068 pro kWp, inklusive MwSt. CHF 26'824.
- 20 kWp kosten CHF 37'838 exkl. MwSt., also CHF 1'892 pro kWp, inklusive MwSt. CHF 40'903.
Die Werte beschreiben den mittleren Markt, einzelne Offerten liegen deutlich darüber oder darunter. Gegenüber 2024 sind die Preise bei Anlagen von 2 bis 10 kWp um 9 Prozent gesunken, stärker als in jedem anderen Segment. Der Grund ist die schwächere Nachfrage nach Anlagen unter 30 kWp. Weil sich die Modulpreise 2025 eingependelt haben, ist für 2026 eher eine Stabilisierung als ein weiterer Rückgang zu erwarten.
Warum kleine Anlagen pro kWp teurer sind
Ein Teil der Kosten fällt bei jeder Anlage an, egal wie viele Module aufs Dach kommen. Absturzsicherung, Planung, Anmeldung beim Netzbetreiber, Logistik und Inbetriebnahme fallen bei 4 kWp ähnlich an wie bei 12 kWp. Diesen Block bildet der Fixbetrag ab. In der Kostenaufschlüsselung 2024 machte die Baustellensicherheit bei kleinen Anlagen rund 12 Prozent und die Verwaltung rund 16 Prozent der Kosten aus, bei grossen Anlagen nur 4 und 3 Prozent. Die Module standen bei kleinen Anlagen für rund 12 Prozent der Kosten, bei grossen für knapp 30 Prozent. Bei Anlagen unter 100 kWp ist die Arbeit der grösste Posten.
Der Modulpreis ist kaum noch ein Hebel. Ein Standardmodul kostete Ende 2022 rund CHF 350 pro kW, Ende 2024 noch CHF 100 pro kW, und auf diesem Niveau blieb es 2025. Wer heute auf noch billigere Module wartet, spart wenig.
Was im Preis enthalten ist und was nicht
Die Richtwerte umfassen eine schlüsselfertige Aufdachanlage mit Elektroinstallation bis zum Netzanschlusstrennschalter des Gebäudes, Montagesystem, Monitoring, Planung inklusive amtlicher Formalitäten sowie Absturzsicherung auf der Baustelle. Nicht enthalten sind Posten, die in Offerten oft den Unterschied machen:
- der Batteriespeicher samt Zubehör
- die Steuerung von Verbrauchern wie der Wärmepumpe
- Zähler und Verkabelung für einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV)
- Dachsanierung, statische Verstärkung oder die Ertüchtigung bestehender Stromkästen
- Planungsleistungen Dritter, etwa von Statikern oder Architekten
Auch die Dachart zählt. Geneigte Anlagen auf Blechdächern und Flachdächer mit nackter Abdichtung sind am günstigsten. Anlagen auf begrünten Dächern kosten im Bereich 10 bis 30 kWp rund 24 Prozent mehr als der Median, und ihre Wartung ist rund 30 Prozent teurer. Worauf es beim Vergleich mehrerer Angebote ankommt, zeigt unsere Checkliste zum Offertenvergleich.
Der Speicher, separat gerechnet
Batteriespeicher sind 2025 deutlich günstiger geworden. Speicher unter 10 kWh kosteten im Median CHF 686 pro kWh, ein Jahr zuvor CHF 847. Speicher mit 20 bis 30 kWh lagen bei CHF 504 pro kWh. Die Kosten folgen einer einfachen Formel mit CHF 2'122 fix plus CHF 432 pro kWh, ohne MwSt. Der Fixbetrag deckt Wechselrichter-Ladegerät, Verkabelung und Inbetriebnahme. Ein Speicher mit 5 kWh kostet damit rund CHF 4'280, einer mit 10 kWh rund CHF 6'440 und einer mit 15 kWh rund CHF 8'600, jeweils exkl. MwSt. Inklusive MwSt. kostet der 10-kWh-Speicher CHF 6'964.
Was der Speicher bringt, zeigt die Eigenverbrauchsquote, also der Anteil des Solarstroms, den der Haushalt selbst nutzt. In Einfamilienhäusern, die tagsüber wenig Strom brauchen, liegt sie ohne Speicher meist zwischen 30 und 40 Prozent. Mit gesteuerter Wärmepumpe steigt sie auf rund 50 Prozent, mit Speicher auf bis zu 60 Prozent. 2024 wurden 46 Prozent der Anlagen auf Einfamilienhäusern mit Batterie gebaut. Mehr zur Wirtschaftlichkeit steht in unserem Beitrag zur Rechnung für Batteriespeicher.
Einmalvergütung 2026 und die geplante Erhöhung 2027
Der Bund zahlt über Pronovo eine Einmalvergütung (KLEIV). Seit dem 1. April 2025 beträgt sie für angebaute Anlagen unter 30 kW CHF 360 pro kW, für integrierte Anlagen CHF 400 pro kW. Einen Grundbeitrag gibt es seit April 2024 nicht mehr. Eine 8-kWp-Aufdachanlage erhält damit CHF 2'880.
Ein Entwurf zur Änderung der Energieförderungsverordnung sieht vor, den Leistungsbeitrag unter 30 kW per 1. April 2027 auf CHF 400 pro kW anzuheben, bei integrierten Anlagen auf CHF 440. Hintergrund ist der Rückgang des Zubaus um 15 bis 20 Prozent seit 2025. Bei einer typischen Einfamilienhausanlage deckt die Einmalvergütung heute etwa 17 Prozent der Kosten, danach rund 19 Prozent. Beschlossen ist die Änderung noch nicht.
Für die 8-kWp-Anlage wären das CHF 3'200 statt CHF 2'880, also CHF 320 mehr. Das ist weniger als der halbe Jahresnutzen der Anlage aus dem Rechenbeispiel unten. Auf die Erhöhung zu warten, lohnt sich deshalb nur, wenn der Bau ohnehin erst im Frühling 2027 möglich ist. Welche Förderart zu welcher Anlage passt, erklärt unser Beitrag zu KLEIV, GREIV und HEIV.
Der Steuerabzug läuft Ende 2028 aus
Wer eine Solaranlage auf ein bestehendes, selbst bewohntes Haus baut, kann die Investition heute in der Regel als Liegenschaftsunterhalt vom steuerbaren Einkommen abziehen. Abziehbar ist meist die Nettoinvestition, also der Preis inklusive MwSt. abzüglich Einmalvergütung. Bei Neubauten zählt die Anlage zu den Baukosten.
Dieses Fenster schliesst sich. Der Bundesrat hat am 1. April 2026 entschieden, die Abschaffung des Eigenmietwerts auf den 1. Januar 2029 in Kraft zu setzen. Ab dann entfällt für selbst bewohnte Liegenschaften auch der Abzug für Unterhaltskosten, beim Bund wie in den Kantonen. Die Abzüge für Energiespar- und Umweltschutzinvestitionen fallen bei der direkten Bundessteuer weg, die Kantone dürfen sie zeitlich begrenzt weiterführen. Bis Ende 2028 gilt das heutige Recht. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Steuerabzug für PV-Anlagen.
Das Rechenbeispiel, 8 kWp im Mittelland
Die Rechnung für ein Einfamilienhaus mit einer 8-kWp-Aufdachanlage ohne Speicher stützt sich auf diese Annahmen:
- Jahresverbrauch 4'500 kWh, der Haushaltstyp H4, mit dem die ElCom ihre Tarife vergleicht
- Ertrag 950 kWh pro kWp und Jahr, also 7'600 kWh
- Eigenverbrauchsquote 25 Prozent. Die Anlage produziert rund 1.7 Mal so viel Strom, wie der Haushalt braucht, und Dachanlagen liefern nur 25 bis 30 Prozent ihres Jahresertrags im Winterhalbjahr. Die Quote liegt deshalb unter den typischen 30 bis 40 Prozent.
- Jede selbst verbrauchte kWh spart 24.8 Rp. Das ist der Mediantarif 2027 von 26.5 Rp./kWh ohne den Anteil der Zählergebühr von CHF 78.48 pro Jahr, die auch mit Solaranlage bleibt.
- Jede eingespeiste kWh bringt 6 Rp., die gesetzliche Minimalvergütung für Anlagen bis 30 kW
Die Anlage kostet CHF 18'302 exkl. MwSt. oder CHF 19'784 inklusive. Nach Abzug der Einmalvergütung von CHF 2'880 bleiben CHF 16'904.
Der Haushalt nutzt 1'900 kWh selbst und spart damit CHF 470 pro Jahr. Die übrigen 5'700 kWh gehen ins Netz und bringen CHF 342. Zusammen sind das CHF 812 pro Jahr. Ohne Steuerabzug hat sich die Anlage nach CHF 16'904 geteilt durch CHF 812, also nach rund 21 Jahren bezahlt.
Mit Steuerabzug sieht es besser aus. Bei einem angenommenen Grenzsteuersatz von 25 Prozent spart der Abzug der Nettoinvestition einmalig rund CHF 4'226. Es bleiben CHF 12'678, und die Amortisation verkürzt sich auf rund 15.6 Jahre. Die Module halten deutlich länger, die Module unserer Pakete haben eine Leistungsgarantie von 88.85 Prozent nach 30 Jahren. Nicht eingerechnet ist ein Wechselrichterersatz. Für einen 10-kW-Wechselrichter sind dafür rund CHF 3'000 einzuplanen, wobei über 65 Prozent der Wechselrichter in Wohnanlagen auch nach 15 Jahren ohne Defekt laufen.
Was die Rechnung verbessert und was nicht
Der grösste Hebel ist der Eigenverbrauch. Ein Haushalt mit Wärmepumpe, die tagsüber läuft, erreicht leicht eine Quote von 40 Prozent. Bei gleicher Anlage nutzt er dann 3'040 kWh selbst, der Jahresnutzen steigt auf CHF 1'026, und die Amortisation sinkt auf 16.5 Jahre ohne und 12.4 Jahre mit Steuerabzug.
Der Speicher rechnet sich in diesem Beispiel dagegen nicht. Angenommen, ein Speicher mit 10 kWh hebt die Quote von 25 auf 40 Prozent. Dann verschiebt er 1'140 kWh pro Jahr vom Netz in den eigenen Verbrauch. Jede davon ist 18.8 Rp. mehr wert, weil sie 24.8 Rp. spart, statt 6 Rp. einzubringen. Das ergibt CHF 214 pro Jahr. Bei CHF 6'964 für den Speicher dauert es über 30 Jahre, bis er sich bezahlt hat. Viel mehr kann auch ein grösserer Speicher nicht verschieben, weil der Haushalt nur 4'500 kWh braucht und im Winter kaum Überschuss anfällt. Anders sieht es bei hohem Abendverbrauch aus, bei einem Elektroauto, das abends lädt, oder wenn der Speicher deutlich günstiger zu haben ist.
Die Senkung der Strompreise für 2027 fällt kaum ins Gewicht. Die 1.2 Rp. weniger kosten den Haushalt im Beispiel rund CHF 23 pro Jahr an Ersparnis. Umgekehrt zahlen viele Netzbetreiber zusätzlich 1 bis 2 Rp./kWh für Herkunftsnachweise. Auf 5'700 eingespeiste kWh sind das CHF 57 bis 114 pro Jahr, die oben nicht enthalten sind.
Rückliefertarif 2026 und das neue Modell ab 2027
Seit Anfang 2026 gilt ein schweizweit harmonisierter Preis für eingespeisten Solarstrom, wenn sich Netzbetreiber und Produzent nicht anders einigen. Er entspricht dem Referenz-Marktpreis, den das BFE jedes Quartal festlegt. Im ersten Quartal 2026 lag er für Photovoltaik bei 10.27 Rp./kWh, im zweiten nur noch bei 3.90 Rp./kWh. Für das zweite Quartal griff deshalb die Minimalvergütung von 6 Rp./kWh für Anlagen bis 30 kW. Im sonnigen zweiten Quartal floss dreimal so viel Solarstrom ins Netz wie im ersten, und genau dann war er am wenigsten wert.
Gewichtet mit den eingespeisten Mengen ergab das über das erste Halbjahr 2026 mit der Minimalvergütung rund 7.1 Rp./kWh. Das Rechenbeispiel mit 6 Rp. ist also vorsichtig. Ab dem 1. Januar 2027 wird eingespeister Strom zum stündlichen Marktpreis vergütet. Die Minimalvergütung bleibt als Absicherung bestehen und wird pro Quartal ausgeglichen, wenn der Referenz-Marktpreis darunter fällt. Dafür braucht es einen Smart Meter, bestehende Anlagen müssen spätestens per 1. Januar 2028 umgestellt sein. Die Details erklärt unser Beitrag zur Solarstromvergütung 2027.
Kantone und Netzbetreiber, wo die Unterschiede liegen
Beim eingespeisten Strom unterscheiden sich die Netzbetreiber deutlich. Die AEW im Aargau zahlt 2026 einen Fixpreis von 8.2 Rp./kWh inklusive Herkunftsnachweis für Anlagen bis 30 kVA. Wer die Einspeiseleistung freiwillig für fünf Jahre auf 50 Prozent begrenzt, erhält bis zu 2 Rp./kWh mehr. EKZ im Kanton Zürich und BKW im Kanton Bern vergüten nach dem Quartalspreis, also 10.27 Rp. im ersten und 6.00 Rp. im zweiten Quartal 2026. Die BKW bietet seit dem 1. Juli 2026 zusätzlich ein Modell mit stündlichem Marktpreis an.
Im Rechenbeispiel bringt der Aargauer Fixpreis rund CHF 125 mehr pro Jahr als die Minimalvergütung. Das verkürzt die Amortisation um zwei bis drei Jahre.
Beim Steuerabzug haben die Kantone Spielraum. Ob die Einmalvergütung vom abziehbaren Betrag abgezogen wird, ist nicht überall gleich geregelt, eine Nachfrage beim Steueramt lohnt sich. Nach 2029 dürfen die Kantone den Energiesparabzug zeitlich begrenzt behalten, der Bund nicht. Ob der eigene Kanton davon Gebrauch macht, ist offen. Sicher ist der Abzug nur bis Ende 2028.
Worauf Sie bei der Offerte achten
Mit den Medianwerten lässt sich jede Offerte in wenigen Minuten einordnen:
- den Preis pro kWp ohne MwSt. mit der Grösse vergleichen, rund CHF 2'950 bei 4 kWp, CHF 2'290 bei 8 kWp und CHF 2'070 bei 12 kWp
- den Speicher separat ausweisen lassen und pro kWh rechnen
- prüfen, ob Dachsanierung, Zähler, Wärmepumpensteuerung oder Anpassungen am Stromkasten enthalten sind
- die Einmalvergütung mit CHF 360 pro kW nachrechnen, ohne Grundbeitrag
- beim eigenen Netzbetreiber nachfragen, welches Rückliefermodell gilt
Eine Offerte deutlich über dem Median ist nicht automatisch falsch. Eine Dachsanierung, ein Gründach oder ein alter Stromkasten erklären Mehrkosten, sie sollten aber in der Offerte stehen. Unser Beitrag zu den Kosten nach Hausgrösse zeigt ergänzend, wie sich Anlagen mit 5, 10 und 20 kWp zusammensetzen.
Wie wir rechnen
Unsere schlüsselfertigen Pakete kosten CHF 2'300 bis 2'800 pro kWp exkl. MwSt., mit einem Speicher von 5 bis 20 kWh je nach Paket, bei den kleinsten Anlagen optional. Die Beispiele für 6, 10 und 15 kWp stehen offen auf unserer Seite zu den Kosten. Wir rechnen Ihre Anlage so durch, wie wir sie der eigenen Familie verkaufen würden. Wenn etwas nicht aufgeht, sagen wir Ihnen das. Eine unverbindliche Berechnung für Ihr Dach erhalten Sie über freestate.ch/de/contact.
Quellen: EnergieSchweiz, Photovoltaikmarkt Preisbeobachtungsstudie 2025 und 2024 (Planair). ElCom, Strompreise 2027 (8. September 2026). BFE, Referenz-Marktpreise gemäss Art. 15 EnFV (14. Juli 2026). UVEK, Entwurf und Erläuterungen zur Änderung der Energieförderungsverordnung (EnFV). Bundesrat, Inkraftsetzung der Abschaffung des Eigenmietwerts (1. April 2026). BFE, Technologie-Monitoring Photovoltaik (Januar 2026). EnergieSchweiz, Swissolar und HEV Schweiz, Leitfaden Eigenverbrauch. Swissolar, Abnahmevergütung. AEW, BKW, IWB. Stand: September 2026. Angaben ohne Gewähr.



