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Was kostet eine Solaranlage 2026 wirklich? 5, 10 und 20 kWp im Detail (Schweiz)

Was kostet eine Solaranlage 2026 wirklich? 5, 10 und 20 kWp im Detail (Schweiz)

Ivan Miric·

Eine ehrliche Antwort vorweg, ohne Tabellenakrobatik: Eine 5-kWp-Anlage auf einem kleinen Einfamilienhaus kostet 2026 schlüsselfertig rund CHF 14'000 brutto, eine typische 10-kWp-Anlage rund CHF 26'000 und eine 20-kWp-Anlage für Haushalte mit Wärmepumpe und Elektroauto rund CHF 40'000. Das sind Bruttowerte vor Einmalvergütung und Steuerabzug. Wer beides nutzt, landet bei der 10-kWp-Anlage netto bei etwa CHF 15'000 bis 16'000. Der Rest dieses Beitrags zeigt, woher diese Zahlen kommen, was die Spannweiten zwischen Offerten erklärt und welche Posten 2026 günstiger geworden sind.

Warum die Preise 2026 dort liegen, wo sie liegen

Der Spotpreis für Solarmodule lag im ersten Quartal 2026 bei rund EUR 0.11 pro Wattpeak, ein Minus von etwa 80 Prozent gegenüber 2016. Das Modul selbst ist damit längst nicht mehr der teuerste Posten einer Schweizer Anlage. Die Bauteilpreise haben sich auf tiefem Niveau stabilisiert, während die Schweizer Lohnkosten 2026 leicht um zwei Prozent zugelegt haben. Übersetzt heisst das: Die Hardware wird kaum noch günstiger, der Installationsanteil bestimmt zunehmend den Endpreis.

Für ein typisches Einfamilienhaus ergibt sich daraus folgende Kostenstruktur einer 10-kWp-Aufdachanlage: Module machen 25 bis 35 Prozent aus, der Wechselrichter 8 bis 12 Prozent, Montagesystem und Befestigung weitere 8 bis 12 Prozent. Die Elektroinstallation mit Verkabelung, Zählerschrank, Schutzeinrichtungen und Anschluss schlägt mit 15 bis 20 Prozent zu Buche. Die eigentliche Montagearbeit auf dem Dach beansprucht 15 bis 22 Prozent, Planung, Bewilligung und Inbetriebnahme zusammen 5 bis 10 Prozent. Wer eine Offerte erhält, in der ein Posten dieser Bandbreite deutlich überschreitet, sollte nachfragen.

5 kWp: das kleine Einfamilienhaus ohne Wärmepumpe

Eine 5-kWp-Anlage besteht aus etwa zehn bis zwölf Modulen und passt auf rund 25 Quadratmeter Dachfläche. Sie produziert in der Schweiz je nach Lage und Ausrichtung 4'500 bis 5'500 Kilowattstunden pro Jahr, was den Strombedarf eines durchschnittlichen Haushalts ohne Wärmepumpe und ohne Elektroauto deckt. Der Bruttopreis schlüsselfertig liegt 2026 bei CHF 12'000 bis 16'000, also rund CHF 2'400 bis 3'200 pro Kilowattpeak.

Warum der spezifische Preis pro Kilowattpeak hier am höchsten ist: Kleine Anlagen tragen die Fixkosten für Anfahrt, Gerüst, Bewilligung und Inbetriebnahme auf weniger Module. Wechselrichter und Zählerschrank sind nicht wesentlich günstiger, nur weil die Anlage halb so gross ist. Wer ohnehin eine grössere Dachfläche zur Verfügung hat, fährt mit einer 8- oder 10-kWp-Anlage rein rechnerisch besser, weil die Zusatzkilowatt nur noch rund CHF 1'500 bis 1'800 pro kWp kosten.

10 kWp: das typische Einfamilienhaus mit Wärmepumpe

Die 10-kWp-Anlage ist der Schweizer Standard und für ein durchschnittliches neueres Einfamilienhaus mit Wärmepumpe meist die richtige Grösse. Sie umfasst etwa 22 bis 26 Module auf rund 50 Quadratmetern und produziert jährlich 9'500 bis 11'500 Kilowattstunden. Der Bruttopreis liegt 2026 bei CHF 23'000 bis 30'000, was CHF 2'300 bis 2'900 pro Kilowattpeak entspricht.

Der Preisunterschied zwischen zwei seriösen Offerten für die gleiche Anlagengrösse beträgt selten weniger als CHF 3'000 und kann CHF 6'000 oder mehr erreichen. Das liegt nicht primär an der Marge des Installateurs, sondern an konkreten technischen Entscheidungen: Premium-Module mit TOPCon-Technologie und 25 Jahren Produktgarantie kosten 15 bis 25 Prozent mehr als Standard-PERC-Module. Ein hybridfähiger Wechselrichter, der später einen Batteriespeicher aufnehmen kann, ohne dass ein zweites Gerät installiert wird, schlägt mit CHF 500 bis 1'500 Aufpreis zu Buche.

20 kWp: Wärmepumpe plus Elektroauto plus Sektorkopplung

Für Haushalte, die voll auf Elektrifizierung setzen, also Wärmepumpe, Elektroauto und idealerweise auch noch eine Klimaanlage, wird 20 kWp zur sinnvollen Grösse. Die Anlage benötigt rund 100 Quadratmeter Dachfläche, etwa 45 bis 50 Module, und produziert 19'000 bis 23'000 Kilowattstunden pro Jahr. Der Bruttopreis bewegt sich zwischen CHF 36'000 und 44'000, das sind CHF 1'800 bis 2'200 pro Kilowattpeak.

Bei dieser Grösse ist eine Erweiterung des Hausanschlusses gelegentlich nötig, weil der Wechselrichter die einphasige Schwelle überschreitet und ein dreiphasiger Anschluss in der entsprechenden Dimensionierung verlangt wird. Das kann je nach Zustand des bestehenden Zählerschranks zusätzliche CHF 2'000 bis 4'000 kosten. Wer ohnehin eine Sanierung der Hauselektrik plant, sollte beides in derselben Offerte abbilden lassen. Ob sich Photovoltaik bei diesen Investitionssummen finanziell trägt, hängt vom Eigenverbrauchsanteil ab; eine detaillierte Renditerechnung haben wir in unserer Übersicht lohnt sich Photovoltaik in der Schweiz 2026 zusammengefasst.

Zur Einordnung am oberen Ende: Eine 50-kWp-Anlage auf einem grösseren Gewerbe- oder Mehrfamilienhausdach kostet 2026 rund CHF 85'000, also etwa CHF 1'700 pro Kilowattpeak. Die Skalierung wirkt, sobald Module und Wechselrichter den Löwenanteil tragen und Fixkosten verschwinden.

Batteriespeicher: was er 2026 wirklich kostet

Die Speicherpreise sind 2026 spürbar gefallen, weil Lithium-Eisenphosphat-Zellen aus China deutlich günstiger geworden sind und mehrere Hersteller in den Schweizer Markt drängen. Ein 5-kWh-Speicher installiert und inklusive Mehrwertsteuer kostet CHF 4'500 bis 5'500, ein 10-kWh-Speicher CHF 6'500 bis 8'500, ein 15-kWh-Speicher CHF 8'500 bis 11'000. Pro Kilowattstunde Speicherkapazität bewegen sich die Vollkosten damit bei CHF 700 bis 1'100, ein Rückgang von rund 25 Prozent gegenüber 2025.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 10-kWp-Anlage ist ein Speicher zwischen 8 und 12 kWh meist der wirtschaftliche Mittelweg. Grössere Speicher rechnen sich erst dann, wenn ein bidirektional ladefähiges Elektroauto fehlt und der Tarif Spitzenlastspreizung kennt. Eine einfache Wallbox kostet installiert CHF 1'200 bis 2'000, eine bidirektionale Helion-Lösung ist ab CHF 3'300 erhältlich und ersetzt bei richtiger Auslegung den stationären Speicher teilweise.

Was die Spannweite zwischen Offerten erklärt

Wer drei Offerten für dieselbe Anlage einholt, erhält drei Preise mit Differenzen von 15 bis 25 Prozent. Fünf Faktoren erklären diesen Unterschied meist vollständig.

Dachform und Befestigung. Ein Schrägdach mit Ziegeln gilt als Standard. Ein Flachdach mit Ständer- oder Ballastsystem kostet 5 bis 15 Prozent mehr, weil mehr Material und Statikprüfung nötig sind. Eine Indachanlage, bei der die Module die Dachhaut ersetzen, ist 10 bis 20 Prozent teurer als Aufdach, spart aber bei gleichzeitiger Dachsanierung die Eindeckung.

Zustand der Hauselektrik. Ein moderner Zählerschrank mit Reserveplatz braucht keine Anpassung. Ein älterer Schrank ohne Platz für Smart Meter, Überspannungsschutz und FI-Schalter erfordert Erweiterung oder Tausch, was CHF 2'000 bis 4'000 zusätzlich bedeutet. Manche Offerten weisen diesen Posten klar aus, andere verstecken ihn in der Position Elektroinstallation.

Modulqualität und Wechselrichterklasse. Premium-Module mit höherem Wirkungsgrad und längeren Garantien rechtfertigen einen Aufpreis nur dann, wenn die Dachfläche begrenzt ist. Bei reichlich Fläche liefern Standardmodule die gleiche Jahreskilowattstunde billiger. Hybrid-Wechselrichter sind nur dann ihr Geld wert, wenn ein Speicher konkret in den nächsten drei Jahren geplant ist.

Anfahrt und regionale Lohnkosten. Eine Anlage im Mittelland kostet bei gleichen technischen Komponenten 5 bis 10 Prozent weniger als eine vergleichbare Anlage in einem abgelegenen Berggemeinde, weil Anfahrt, Übernachtung und teilweise auch die regionalen Lohnniveaus eine Rolle spielen.

Bewilligungspraxis der Gemeinde. In den meisten Schweizer Gemeinden ist die Installation einer Aufdachanlage seit 2024 melde- und nicht bewilligungspflichtig. In Schutzzonen, im Ortsbildschutz oder bei denkmalgeschützten Objekten gilt das nicht; hier kann das Bewilligungsverfahren mehrere tausend Franken und vier bis sechs Monate Zeit kosten. Welche regulatorischen Änderungen 2026 sonst noch greifen, beschreiben wir im Beitrag Solaranlagen Schweiz 2026, was sich ändert.

Brutto, Einmalvergütung, Steuerabzug: die echte Nettoinvestition

Eine Solaranlage wird über drei Kanäle finanziell entlastet. Erstens über die Einmalvergütung der Pronovo, zweitens über den Steuerabzug der Investitionskosten als Liegenschaftsunterhalt, drittens über die laufenden Erträge aus Eigenverbrauch und Rückspeisung. Die ersten beiden senken die Anfangsinvestition unmittelbar.

Die Einmalvergütung der Pronovo betrug im ersten Quartal 2026 bei einer 10-kWp-Anlage rund CHF 4'000 bis 4'500, bei einer 5-kWp-Anlage CHF 2'200 bis 2'500 und bei einer 20-kWp-Anlage CHF 7'200 bis 8'000. Die genaue Höhe hängt vom Quartalstarif der Pronovo ab, der einer leichten Degression unterliegt. Auszahlung erfolgt mehrere Monate nach Inbetriebnahme.

Der Steuerabzug auf Bundesebene gilt nach heutigem Stand voraussichtlich nur noch bis Ende 2027. Ab 2028 plant der Bundesrat dessen Wegfall, die kantonale Behandlung bleibt teilweise erhalten. Bei einem Grenzsteuersatz von 25 bis 30 Prozent senkt der Abzug die Nettoinvestition um weitere 15 bis 25 Prozent. Wer 2026 oder 2027 investiert, sichert sich diesen Effekt; ab 2028 wird die identische Anlage netto teurer, selbst wenn die Bruttopreise stabil bleiben. Eine schrittweise Anleitung zum richtigen Abzug findet sich in unserem Beitrag PV-Anlage Steuern abziehen 2026 bis 2028.

Eine konkrete Rechnung für eine 10-kWp-Aufdachanlage in einem mittelständischen Haushalt: CHF 26'000 brutto abzüglich CHF 4'200 Einmalvergütung und CHF 6'500 Steuerabzug (bei einem Grenzsteuersatz von rund 27 Prozent) ergibt eine Nettoinvestition von rund CHF 15'300. Bei einer jährlichen Stromkosteneinsparung von CHF 1'500 bis 2'200 amortisiert sich die Anlage in acht bis zehn Jahren, bei einer Produktlebensdauer von 25 Jahren und mehr.

Was sich 2026 gegenüber 2025 verändert hat

Die Modulpreise haben einen Boden erreicht. Weitere signifikante Rückgänge sind unwahrscheinlich, weil die chinesischen Hersteller seit Ende 2025 verstärkt auf Profitabilität statt Marktanteile achten. Speicher sind 2026 rund 25 Prozent günstiger als noch vor zwölf Monaten. Wechselrichter halten sich stabil bei rund EUR 110 pro Kilowattpeak Anlagengrösse. Die Schweizer Lohnkosten haben um knapp zwei Prozent zugelegt, was den Installationsanteil leicht teurer macht. Unter dem Strich liegt der Endpreis pro Kilowattpeak schlüsselfertig etwa drei bis fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau, wobei der Rückgang bei kleinen Anlagen geringer und bei grossen Anlagen ausgeprägter ist.

Worauf bei Offerten zu achten ist

Eine seriöse Offerte zeigt vier Dinge transparent. Erstens die Anlagengrösse in Kilowattpeak und bei Speichern in Kilowattstunden Nutzkapazität, nicht in Bruttokapazität. Zweitens die zu erwartende Einmalvergütung der Pronovo als separate Position, nicht als pauschale Rabattzeile. Drittens den Mehrwertsteuersatz und ob der Preis brutto oder netto angegeben ist; Endkundenofferten enthalten standardmässig 8.1 Prozent MwSt. Viertens einen Garantierückbehalt von typischerweise 5 bis 10 Prozent, der erst nach erfolgreicher Inbetriebnahmeprüfung freigegeben wird.

Wer drei Offerten vergleicht, sollte ergänzend prüfen, ob die Garantielaufzeiten auf Module (Produkt und Leistung), Wechselrichter und Montagearbeit explizit ausgewiesen sind und ob der Anbieter über die nötige Eigenkontrolle gemäss Niederspannungs-Installationsverordnung verfügt. Beides ist im Schadenfall mehr wert als ein Preisvorteil von zwei oder drei Prozent.

Wie Free State rechnet

Bei Free State zeigen wir in jeder Offerte den Bruttopreis, die geschätzte Einmalvergütung und die voraussichtliche Nettobelastung nach Steuerabzug getrennt aus, plus eine Ertragsprognose nach Schweizer Klimadaten. Für eine konkrete Berechnung für Ihr Dach genügen wenige Angaben über unser Kontaktformular; Sie erhalten innerhalb weniger Tage eine belastbare Schätzung ohne Hausbesuch und ohne Verkaufsdruck.

Quellen: Pronovo Tarifübersicht Einmalvergütung Q1 2026; Bundesamt für Energie BFE, Marktbericht Photovoltaik 2025/2026; Swissolar, Statistiken Schweizer Photovoltaikmarkt 2025; ElCom, Strompreisübersicht 2026; ITRPV Roadmap 2025; EnergieSchweiz, Leitfaden Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit. Stand: Mai 2026. Angaben ohne Gewähr.